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Gefahren

Erfrierungsverletzungen

Kontakt mit tiefkalten Flüssigkeiten, Oberflächen und Gasen kann zu Schädigungen der Haut, ähnlich Brandverletzungen, führen. Diese Gefährdung besteht vor allem beim offenen Umgang mit kryogenen Medien, wie z.B. beim Abkühlen warmer Behälter oder Gegenstände. Besonders gefährdet sind dabei Augen und Schleimhäute.
Schutzmaßnahmen und vorbeugende Maßnahmen:
Schutzkleidung, die das Eindringen der tiefkalten Flüssigkeiten verhindert:
  • Augenschutz
  • leicht abstreifbare Handschuhe aus gut isolierendem, nicht brennbarem Material
  • hohe, enganliegende Schuhe
  • Hosen ohne Aufschläge, die die Schuhschäfte überlappen
Erste Hilfe Maßnahmen:
Gleiche Maßnahmen wie bei Brandverletzungen. Spülung der verletzten Stelle mit lauwarmem Wasser. Abdecken der verletzten Stelle mit steriler Gaze. Keinen Puder und keine Cremes auftragen.

Erstickungsgefahr

Bei Verdampfung von kryogenen Flüssigkeiten in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen kann es zur Verdrängung des Luftsauerstoffs kommen. Wegen der Geruchs- und Farblosigkeit der meisten gasförmigen Kryogene ist diese Gefahr nicht ohne Weiteres erkennbar. Bei Argon und Stickstoff kommt dazu, dass diese Gase sich, wegen ihres höheren Gewichts als Luft, in Unterflurräumen oder in der Nähe des Bodens ansammeln können. Die Symptome von Sauerstoffmangel sind bei einem Sauerstoffanteil von:
  • 19% - 15% deutlich verminderte Reaktionsfähigkeit
  • 15% - 12% tiefe Atemzüge, schneller Puls, Koordinationsschwierigkeiten
  • 12% - 10% Schwindelgefühl, Fehleinschätzungen, Blaufärbung der Lippen
  • 10% - 8% Übelkeit, Übergeben, Bewusstlosigkeit
  • 8% - 6% Tod innerhalb von 8 Minuten, bei 4-8 Minuten Gehirnschäden
  • 4% Koma nach 40 Sekunden, keine Atmung, Tod
Schutzmaßnahmen und vorbeugende Maßnahmen:
  • ausreichende Belüftung des Arbeitsplatzes
  • Abgase von Transportbehältern und von Experimenten in ein Rückgewinnungssystem oder in einen Abgaskamin leiten
  • Transportbehälter sollten so gewählt werden, dass deren Inhalt in Litern nicht den Rauminhalt des Labors in Kubikmetern überschreitet (also maximal ein 100l-Dewar für ein Labor von 100 Kubikmetern)
  • ggf. Arbeitsplatz mit fest installiertem Sauerstoffwarngerät ausrüsten (Achtung: Sauerstoffmangel durch Verdrängung von Argon oder Helium wird nicht von allen Sauerstoffwarngeräten erfaßt)
  • Begehen von geschlossenen Räumen, z. B. Schächten oder Tanks, nur unter Aufsicht und nur mit tragbaren Sauerstoffwarngeräten
Erste Hilfe Maßnahmen:
Wird jemandem beim Umgang mit verflüssigten Gasen schlecht, sollte er in einen gut belüfteten Raum gebracht werden. Bei Bewusstlosigkeit ist schnellstens ein Arzt hinzuzuziehen.

Vergiftungsgefahr

Die meisten üblicherweise verwendeten Kryogene sind ungiftig. Kohlenmonoxid (CO), Fluor (F2) und Ozon (O3) sind jedoch hochgiftig und müssen entsprechend behandelt werden.
  • Kohlenmonoxid:
    Verflüssigtes Kohlenmonoxid ist heute selten. Früher war es ein Nebenprodukt der Wasserstoffgewinnung aus Koksofengas. Beim Einatmen auch kleinerer Konzentrationen von Kohlenmonoxid besteht Vergiftungsgefahr, weil sich das Kohlenmonoxid im Blut anreichert und den Sauerstofftransport verhindert.
Erste Hilfe Maßnahmen:
Entfernen der Person aus dem Gefahrenbereich, gegebenenfalls künstliche Beatmung, sofortige Ärztliche Hilfe.
  • Fluor:
    Sowohl der Kontakt mit Fluor als auch das Einatmen ist gefährlich. Wegen des stark stechenden Geruchs, den die Nase bereits bei Konzentrationen unter 0,2 ppm feststellt, werden jedoch bereits kleinste Konzentrationen rechtzeitig erkannt.
  • Ozon:
    Ozon hat bereits bei einer Konzentration von 1ppm stark reizende Wirkung für Augen und Haut.
Erste Hilfe Maßnahmen Fluor/Ozon:
Körperstellen, die in Kontakt mit Fluor oder Ozon gekommen sind, mit fließendem Wasser gut abwaschen.